Rückblick – zweiter Geburtstag

Am 18.08.2018 ist Wurzelgnom zwei Jahre geworden. Rückblickend würde ich sagen, war das der Tag an dem ich aus einem langen Tiefschlaf aufgewacht bin. So hat es sich zumindest angefühlt.

Ich gehöre nicht zu den Müttern die in irgendeiner Weise bereuen würden, dass sie Mama geworden sind. Ganz im Gegenteil und nach dem Weg den mein Mann und ich bis dahin zurück gelegt haben, um überhaupt Eltern zu werden, wäre das ja wirklich eine ganz üble Ironie.

Tatsächlich ist es aber so, dass ich nicht zu den Frauen gehöre, die absolut in ihrer Mamarolle aufgegangen wären. Zum einen bin ich mit ziemlich naiven, wenn nicht sogar völlig falschen Erwartungen in die Mutterschaft gegangen. Ich hatte so viele Vorstellungen im Kopf. Wie es mit Baby sein wird, wie ich als Mutter wäre etc. Ebenso viele Erwartungen hatte ich. Sowohl an mich selber als auch an meine Familie und auch an das Baby.

Heute kann ich sagen: Meine Vorstellungen waren allesamt falsch, meine Erwartungen nicht im Ansatz realistisch. Und damit meine ich nicht das alles scheiße war oder dergleichen. Ich meine einfach, dass einen überhaupt nichts darauf vorbereiten kann ein Baby zu haben und wie man als Eltern sein wird oder wie sich der Alltag letztlich entwickelt.

Ich war bereit für mein Baby mein ICH aufzugeben. Musste ich dann auch. Habe ich dann auch getan. Bereitwillig und mit Freuden. Die Konsequenz daraus war allerdings, dass ich mich zwei Jahre lang fühlte als wäre ein Teil von mir einfach nicht mehr da. Weg. Verschwunden. Eingeschläfert. Und egal wie gern ich das für meinen Wurzelgnom getan habe, ein Teil von mir hat sich stetig gegen diese Veränderungen gewehrt. Dieser Teil hat gelitten wie Sau. Das Ergebnis war totale Unzufriedenheit, ein sehr dünnes Nervenkostüm, viele Heulkrämpfe, das Gefühl stetig als Mutter zu versagen und seelischer Rückzug um Ruhe zu haben oder zu finden. Schlafmangel und ein Gehirn, das sich eher wie Buchstabensuppe angefühlt hat, hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Ich war, um es freundlich auszudrücken, stets und ständig am Rande der Überforderung. (Mit ein Grund, warum mein Mann und ich uns sehr einvernehmlich gegen ein weiteres Kind entschieden haben. Manche können es, wir nicht. Ich nicht.)

Auch das komplette Jahr zu Hause, eingepfercht zwischen Baby, Windeln und Haushalt, waren nicht unbedingt förderlich meinen allgemeinen Zustand zu verbessern. Die Uni gab dann ein wenig Aufwind, aber das war mehr Streß als Erholung, logischerweise.

Erst mit Wurzelgnoms zweiten Geburtstag machte es plötzlich KLICK und ich stellte fest: „Wow. Gerade eben bin ich aufgewacht. Ich habe wieder Zeit für mich. Ich kann wieder Dinge tun, die mir und nur MIR alleine Spaß machen!“ Und seither genieße ich auch endlich wirklich und wahrhaftig das Mamaleben. Als wäre ich erst jetzt wirklich  richtig angekommen und das auf eine Weise die nicht nur mir gut tut, sondern die allen gut tut. Die Höhen sind phantastisch, ein Tief besser zu bewältigen und stressige Wurzelgnomphasen einfacher zu handhaben. Die Kommunikation ist an allen Fronten ausgeglichener und angenehmer. JA! Selbst wenn Wurzelgnom sich trotzig auf den Boden schmeißt oder schon am Morgen schlechte Laune hat. Kein Problem. Ich könnte im Augenblick gar nicht zufriedener und glücklicher sein. Ich habe ein tolles Kind! Und ich bin eine gute Mama.

Soviel also dazu und zu meinem persönlichen Rückblick. Kommen wir jetzt also zum eigentlichen Geburtstag.

Wurzelgnoms zweiten Geburtstag haben wir dieses Mal bei meiner Mutter in Mutternhausen gefeiert und es war absolut toll. Das Wetter war natürlich gigantisch gut. Logisch, bei dem Sommer und den Temperaturen. Wir haben alles schön dekoriert und weil wir uns nicht entscheiden konnten, gab es zwei Kuchen. Den Feuerwehrmann Sam-Kuchen hat meine Mama gebacken, den Maulwurfskuchen hat Basti gemacht. Ich habe am Ende nur dekoriert.

Draußen haben wir ein Buffet aufgebaut. Jeder hat etwas mitgebracht und nebenbei wurde freilich gegrillt. Grillmeister war einmal mehr Basti. Der kann das erstens sehr gut und zweitens macht er es gerne!

Für die Kinder gab es viel zu entdecken. Vom Fuhrpark bestehend aus dem kleinen elektronischen Motorrad bis hin zu Luftballons und Schwimminsel (wobei wir das Wasser weggelassen und alles mit Luftballons gefüllt haben). Die Luftballons waren ein absolutes Highlight für die Kleinen und auch die Seifenblasen fanden sie prima. Um das Motorrad wurde sich ab und zu ein wenig gezankt. Wobei es ja noch die echten Motorräder in der Garage gab, welche von den ganz mutigen auch mal ausprobiert werden durften.

Die Luftballons später alle einzusammeln war übrigens echt Arbeit. Die lagen natürlich überall im Garten herum. Alle haben wir dann anscheinend auch nicht gefunden. Die Hunde meiner Mutter haben nämlich im nachhinein noch welche erwischt und wohl auch Teile davon gefressen. Zumindest erzählte mir meine Mutter, dass sie noch Tagelang danach immer mal wieder bunte Gummiteile in den Hundehaufen hat finden können. Ups! Ein Glück hat es den Tieren nicht geschadet! Beide sind wohlauf!

Für die Erwachsenen gab es auch genügen Plätze zum sitzen oder liegen. Wer sich allerdings in die Chilloutloge begab, der musste damit rechnen alsbald von Wurzelgnomen belagert zu werden! Berührungsängste gab es nämlich keine!

Schließlich wurde der Kuchen heraus gebracht und Wurzelgnom hat tatsächlich alle Kerzen alleine ausgeblasen! Danach wurde geschmaust. Die Kinder haben sich ganz automatisch an den kleinen Kindertisch gesetzt und dort gegessen.

Alles in allem war es ein super toller, sehr gelungener zweiter Geburtstag, der uns in etwa 100 Euro und ein wenig Vorbereitungszeit gekostet hat. Es braucht also keine teuren Hüpfburgen. Nur Omas Garten, Deko mit ganz vielen Luftballon und gute Freunde! Obwohl wir eigentlich keine Geschenke wollten, konnte sich Wurzelgnom am Ende nicht beschweren. Er hat ganz tolle Kinderbücher geschenkt bekommen, einen Turnbeutel für den Kindergarten, eine kleine Holzküche von Oma und ein Dreirad von uns allen.

Das Aufbauen der Küche hat übrigens eeeeewig gedauert.

Tja. So schnell geht das. Vom kleinen Würmchen zum großen Wurzelgnom. Gefühlt sind die zwei Jahre rückblickend nur so an mir vorbeigerauscht und das obwohl ich mich sehr gut an Momente erinnere, wo ich den Eindruck hatte, die Zeit würde einfach nicht vorbei gehen. Aber so ist das wohl. Mit der Wahrnehmung. Immerhin kann ich sagen: Ich habe alle schönen Momente genossen. Ebenso wie ich die nicht so schönen wahrgenommen und verflucht habe. Letztlich aber, sind es doch eher die schönen Dinge, an die ich mich erinnere und die ich in meinem Herzen festhalte. Immer in der Hoffnung, dass noch ganz, ganz viele davon folgen. Jeder Moment ist einzigartig, wunderbar und kostbar. Selbst die, durch die man sich zuweilen durchquälen muss. Der Lohn ist bedingungslose Liebe.

In diesem Sinne: Danke Wurzelgnom, dass du entschieden hast, bei uns sein zu wollen! Danke für die ersten zwei Jahre deines wundervollen Lebens. Für die vielen Dinge, die ich über dich und mich selbst lernen durfte. Danke für die schlechten Zeiten, für die guten Zeiten. Für dein Schreien, für dein Lachen. Danke, für die Liebe. Danke, dass für die vielen Küsse und Umarmungen! Danke, Danke, Danke! Ich wünsche mir noch viele, viele weitere Jahre, viel mehr Fotos, viel mehr Erinnerungen, viel mehr Erfahrungen. Mit uns allen.

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4 Gedanken zu “Rückblick – zweiter Geburtstag

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