Rückblick – KiGa-Eingewöhnung

Wurzelgnom geht ja nun seit August in den Kindergarten. Um genau zu sein geht er seit dem 14.08.2018 in eben diesen.  Ich wollte natürlich schon viel früher darüber berichtet haben, aber aufgrund seines Geburtstages und den damit verbundenen Vorbereitungen tat ich es nicht. Und danach kam ja ein kurzer, recht unerwarteter Aufenthalt im Krankenhaus dank komischer Blutwerte und einer viel zu großen Milz. (Es ist übrigens immer noch nicht geklärt was es genau gewesen ist. Seither allerdings geht es mir gesundheitlich nicht gut und ich plane einen Check-Up beim Arzt. Ihr wisst schon: Komplettes Blutbild, blabla. Und sei es nur um den Hypochonder in mir zu beruhigen, der mir derzeit irgendwas von Krebs und du musst bald sterben, zu erzählen beginnt.)

Zurück zum Thema KiGa. Unser Kindergarten hier arbeitet, wie viele KiGas mit dem Berliner-Modell. Das Berliner-Modell bedeutet eine Bedürfnisorientierte Eingewöhnung des Kindes in den Kindergarten. Ziel ist des Modells ist es, individuell auf die Bedürfnisse, Situation und Bedingungen des Kindes einzugehen. Daraus resultiert eine behutsame und schrittweise Gewöhnung der Kinder an die Erzieher und die fremde Umgebung. Die Eingewöhnung der Kinder findet daher in verschiedenen Phasen statt die vor allem in ihrer Länge variieren und sich natürlich auch, je nach Kind und dessen Bedürfnissen, verkürzen oder verlängern können.

In unserem KiGa wurde die Eingewöhnungsphase aufgrund der Erfahrungen der dortigen Erzieherinnen auf ca. 3 Wochen festgesetzt. Im Vorfeld sollten wir Eltern uns auch bitte nichts großartiges Vornehmen und möglich Urlaub haben, aber bitte nicht in den Urlaub fahren, um die Eingewöhnung nicht durch plötzliches Fehlen zu unterbrechen. Für meinen Mann und mich war das im Grunde kein sonderliches Problem. Urlaub können wir uns ja sowieso nicht leisten, ich war eh zu Hause und mein Mann hat sich zwei Wochen frei genommen. (Letzteres war gut, weil ich durch Krankheit und Krankenhaus beinahe eine Woche ausgefallen bin.)

Die ersten beiden Wochen dienten dazu Vertrauen aufzubauen. Wir begleiteten Wurzelgnom die erste Woche gemeinsam in den KiGa (immer zwei Stunden mit ca. 5 anderen Kindern und Eltern) wo er sich alles ansehen und kennenlernen durfte. (Schon vor dem allerersten Besuch hatte es zwei Schnuppertermine gegeben und wir hatten am Ende ein Foto mit den Erziehern und den Kindern, die noch in der Zwergengruppe sein würden, wenn mein Sohn sie besucht.) Wurzelgnom hat auch nicht viel Zeit gebraucht um sich unabhängig von uns durch die Räumlichkeiten zu bewegen. Eisbrecher war das Spielzeugregal mit Traktoren und Baggern. Die Erzieherinnen haben darauf geachtet sich um jedes Kind zu bemühen, still daneben zu sitzen oder auf sie einzugehen, wenn die Kinder gespielt haben. Für Wurzelgnom war das okay, so lange er uns sehen konnte. Recht selten kam er zu uns um uns etwas zu zeigen. Mitspielen sollten wir nie. Den Raum verlassen durften wir natürlich nicht. Da hat Wurzelgnom dann gemeckert oder lief uns direkt nach. Auch wenn nur mein Mann oder ich den Raum kurz verließen, fing er sofort an zu suchen und zu fragen. Allerdings startete der KiGa in der ersten Woche schon den ersten vorsichtigen Trennungsversuch und am vierten Tag durfte ich mit einigen anderen Mamis im Nebenzimmer Kaffee trinken gehen. Wurzelgnom kam einmal rein um zu sehen, ob ich auch wirklich noch da bin und dann war die Sache für ihn erledigt.

In der nächsten Woche sollten sich die Trennungsversuche dann ausweiten. Diese zweite Woche musste mein Mann alleine durchstehen, weil ich ja nicht da war und es klappte gelinde gesagt: Gar nicht. Wurzelgnom war super anhänglich und mein Mann durfte den Raum unter keinen umständen verlassen. Häufig wollte Wurzelgnom auch das mein Mann mit ihm spielt etc. Wir denken, dass das auch daran lag, das ich komplett nicht da war.Also auch nicht zu Hause. Erst nach einigen weiteren Tagen konnte auch mein Mann Kaffee trinken gehen ohne das Wurzelgnom wie am Spieß schrie.

Ab der dritten Woche lief es dann aber schon viel besser und da mein Mann arbeiten musste, war ich das einzige Elternteil was mit dabei war. Es dauerte keine zwei Tage und ich war abgeschrieben. Am dritten Tag bin ich dann auch schon das erste Mal ohne Wurzelgnom nach Hause gegangen. Tatsächlich belauerte ich daheim die ganze Zeit das Telefon. Man sollte nämlich abrufbereit bleiben, falls irgendwas ist und das Kind abgeholt werden müsste. Ein Anruf kam aber nicht.

In den nächsten Wochen gewöhnte sich Wurzelgnom recht gut an den KiGa. Zunächst war die Zeit noch recht kurz, so dass ich ihn immer um 12 Uhr vor dem Mittagessen abgeholt habe. Schließlich durfte er mit Mittagessen und nach ca. 2 weiteren Wochen schlief er das erste Mal anstandslos im KiGa.

Mittlerweile bringe ich ihn täglich um 7:30 Uhr – 8:00 Uhr in den KiGa und hole ihn um 14:15 Uhr wieder ab.

Fazit: Wurzelgnom geht sehr, sehr gerne in seinen KiGa, freut sich aber eigentlich jedesmal wenn er wieder abgeholt wird. Seit er in den KiGa geht habe ich auch as Gefühl das meine Beziehung zu Wurzelgnom viel intensiver geworden ist als zuvor. Er widmet mir jetzt genauso viel Aufmerksamkeit wie seinem Papa, auch wenn ich ihn immer noch nicht in Bett bringen darf. Seine Entwicklung geht zügig voran, seine Sprachfähigkeiten steigern sich von Tag zu Tag und auch seine Sozialkompetenzen sind seinem Alter entsprechend sehr gut. Obwohl es freilich auch mal Tage gibt wo er nicht so gut gelaunt ist, ist er im Gesamten viel, viel ausgeglichener. Ab und an fängt er nun an Kinderlieder zu singen. Er merkt sich, was es zu Essen gab oder erzählt einen Schwung, wenn er irgendetwas tolles oder neues im KiGa erlebt hat.

Wir bereuen jedenfalls nicht, das wir uns entschieden haben ihn schon mit zwei Jahren in den KiGa zu geben und ich denke die Zeiten sind absolut human und angemessen. Obwohl es für meinen Job natürlich nicht schlecht wäre, wenn er bis Nachmittag in den KiGa gehen könnte, bin ich überzeugt, dass das noch zu lang für ihn wäre. Daher bin ich ganz froh, dass wir die 45 Stunden erst ab 3 Jahren beantragen können.

Obwohl ich das eigentlich nicht vorgehabt hatte, habe ich mich übrigens in den Elternbeirat wählen lassen und bin nun offizielle Stellvertreterin unserer Zwergengruppe. Passt allerdings zu mir. Ich bin gern über alles im Bilde und mag es für andere da zu sein, wenn es Probleme gibt. Andererseits fürchte ich, wird die Hilfe des Elternbeirates eher selten in Anspruch genommen und es wird wohl auf ein paar Treffen im Jahr hinauslaufen bei denen es Essen und Getränke gibt und man einfach nur gemütlich zusammen sitzt. Ist auch in Ordnung. Lernt man wenigstens ein paar der anderen Mamis kennen.

 

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4 Gedanken zu “Rückblick – KiGa-Eingewöhnung

  1. Also unser Elternrat hat sich einmal im Monat für 2-3h getroffen und jegliche Alltags-Details des Kindergartens auseinander genommen. Bei uns war es eher ein Hochpushen von Problemen, als ein gemütliches Zusammensitzen. 😀 Ich hoffe bei dir wird es angenehmer. 🙂
    Es freut mich sehr für euch, dass es mit Wurzelgnom so gut geklappt hat und er gerne hingeht. Das ist doch immer schon die halbe Minute für Mamas Frieden. 🙂

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    1. Bei uns ist das ein Witz … mit Naschereien und Sekt -.-! Ich hätte gern die Probleme, dann wäre es wenigstens Spannend!
      Aber ja, Wurzelgnom gefällt es total, was mich persönlich ziemlich erleichtert. Ich mochte KiGa nämlich als Kid gar nicht!

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  2. Mein Mittlerer hatte Ende August auch Eingewöhnung. Angeblich auch nach dem Berliner Modell. Aber alle Eltern wurden direkt raus geschickt am 2. Tag… das war ein komisches Gefühl. Er hat mich aber zum Glück auch nicht vermisst… trotzdem ging mir das irgendwie alles zu schnell😅

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