Freitagsfragen

Mein Mann hat mir gerade „My Time at Portia“ geschenkt. Ich lade es gerade über Steam runter und das dauert seine Zeit. Die Freitagsfragen hab ich freilich heute schon angeguckt und dann genauso natürlich wieder vergessen. Bis gerade eben zumindest, als ich, während des Wartens, durch die Blogs geklickt habe.

Ach, da war ja was! Genau. Na, dann kann ich die Wartezeit ja auch gleich sinnvoll nutzen und die Freitagsfragen vom Bruellmausblog beantworten!

Lets go!

1.) Kannst Du Dich anderen gut anvertrauen?

Bedauerlicherweise kann ich das leider sogar viel zu gut! Ich gehöre zu den Menschen die ihr Herz auf der Zunge tragen. Ich kann zwar Geheimnisse von Anderen wunderbar für mich behalten (nehme sie praktisch mit ins Grab) aber meine eigenen? Nein, gar nicht. Ich muss immer über alles reden und ich kenne keine Themen die mir zu peinlich wären oder zu Tabu. Ich finde es geradezu affig, wenn man z.B. über manche Sachen nicht spricht, weil sie ja … privat sind. Na, gerade die privaten Dinge sind es doch die mich an einer Person interessieren! Das wirkt auf Menschen die mich nicht gut kennen oft befremdlich und hat durchaus das eine oder andere Mal dafür gesorgt, dass flüchtige Bekanntschaften ziemlich schnell noch flüchtiger wurden. Also … sie sind quasi vor mir geflüchtet.

Daraus lernt man natürlich. Mittlerweile versuche ich alles etwas besser zu dosieren und ich überlege mir sehr genau wem ich was wann und wie erzähle. Ich frage auch zuweilen nach, ob es die Person stört, wenn ich etwas privater werde oder entschuldige mich für pikantere details.

Damit fahre ich ganz gut. Seit ich Blogge habe ich auch mehr Kontrolle als davor. Wahrscheinlich deshalb, weil ich viel hier in meinem Blog bereits abgeladen habe und der Drang es aus mir heraussprudeln zu lassen einfach nicht mehr so stark ist. Es gab tatsächlich schon Momente, wo man mich nach etwas gefragt hat und ich lapidar meinte: „Lies halt meinen Blog. Da steht alles.“ Und wenn die Person dann dumm guckte, hab ich kurz und knapp umrissen was Sache war und es war gut für mich und gut für meinen Gegenüber.

Mein plappern ist zuweilen so arg, vorallem wenn ich nervös bin oder gestresst, dass mein Mann und ich ein geheimes Zeichen ausgemacht haben. Wenn er sich das Ohrläppchen reibt, weiß ich, dass ich auf die Bremse treten muss.

Irritierend ist übrigens die Tatsache, dass ich bis ca. 23 Jahren die Zähne so gut wie nie auseinander bekommen habe und ich eher als introvertiert galt. Jemand, der nix von sich erzählt, selten spricht und niemals lächelt. Die Wende krasse Wende stellte sich nach dem Tod meines Vaters ein. Da hat es bei mir ja ein paar Synapsen im Gehirn zerschossen und ich schätze das extrovertierte ist eines der Ergebnisse davon. Ich persönlich mag mich so allerdings sehr viel lieber als vorher und die Menschen, die ein problem damit haben sind und werden wohl nie meine Freunde sein. Und die Menschen, die meine Freunde sind, die mögen mich so wie ich bin und nehmen die kleinen und auch größeren Fehlerchen, wie z.B. das plappern einfach so hin.

2.) Führst Du Tagebuch? Warum/ warum nicht?

Kürzeste Antwort überhaupt: Siehe Blog 🙂

3.) Was fandest Du als Kind am Erwachsensein toll, was sich als gar nicht so toll herausstellte?

Selbst Entscheidungen treffen. Als Kind habe ich mir gewünscht Selbstbestimmt zu sein und zwar immer und überall. Dass das bedeutet, das man auch die volle Verantwortung für sich und seine Entscheidungen bzw. sein Handeln übernehmen muss, habe ich dabei natürlich nicht bedacht. Vielleicht habe ich mir das auch nicht so schwer vorgestellt. Als Kind erscheinen einem ja so manche Dinge als leichter als sie in Wirklichkeit sind.

4.) Die Wahl der Qual: Einen Shitstorm auslösen oder völlig von der Internetwelt ignoriert werden?

Ach, ich hasse Trolle. Ich hasse getrollt zu werden und selber trolle ich nie und beende eine Diskussion rasch indem ich mich nicht mehr daran beteilige oder versuche sie schon im Vorfeld im Keim zu ersticken in dem ich ansage, dass Diskussionen zwecklos sind. Natürlich mit einer ziemlich guten Begründung auf die ich jederzeit verweisen kann.

Nee. Also ich mag Unfrieden nicht. Mich regt der innerlich auch viel zu arg auf. Ich gehöre zu den Menschen denen das nicht unbedingt immer so egal ist, wie es egal sein sollte.

Ignoriert zu werden ist freilich auch nicht schön. Eigentlich sogar noch schlimmer. Weil … mit einem Shitstorm kann man wenigstens konstruktiv noch irgendetwas anfangen bzw. vielleicht sogar etwas daraus lernen, wenn er sogar angebracht war. Selbstreflexion gehört ja zu meinem persönlichen Steckenpferden und ich höre nie damit auf. Ignoranz hingegen gibt einem gar nichts. Abgesehen von einem schlechtem Gefühl.

Daher würde ich den Shitstorm wählen.

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