Papa?

22:15 Uhr. Alles still im Hause S.

22:16 Uhr. Wurzelgnom weint.

Ich wälze mich vom Sofa, wo ich eben noch gelegen und ein wenig auf meinem Handy gedaddelt habe. Während ich zum Schlafzimmer hechte, flöte ich in zartester Mama-Manier:

„Mama kommt! Mama hat dich gehört.“

Tür auf.

„Wasser…. Wasser“ jammert es mir vom Bett aus entgegen.

Na, klar. Wasser. Ich mache mich auf die Suche. Das Fläschchen mit Wasser sollte nämlich bei Wurzelgnom im Bett sein. Ich Brauch ein wenig und Wurzelgnoms drängen nach Wasser wird ein wenig lauter. Da hab ich das Fläschchen und auch direkt den Schnuller gefunden.

Zack. Ich liege neben Wurzelgnom. Er trinkt. Danach will er seinen Schnuller. Dann Fenster auf, was ich verstehen kann. Ist nämlich ziemlich warm im Zimmer. Ich stehe also noch mal auf. Dann will er meine Hand. Ich lege mich wieder hin.

Wurzelgnom knetet meine Hand durch. Wälzt sich hin und her. Knetet, stochert, reibt, bohrt…

Ich ahne, das wird schwer mit dem wieder einschlafen. Just in dem Moment kommt mein Mann Heim. Ich versuche extra laut zu atmen, in der bescheuerten Hoffnung, dass Wurzelgnom es nicht mitbekommt.

Wirklich bescheuert und ziemlich zwecklos.

B-Hörnchen macht nämlich nun Lärm. Freut sich vor der Tür. Poltert mit dem Schwanz gegen das Gatter vor der Treppe. Und der Mann rasselt mit der Leine.

„Papa?“ fragt Wurzelgnom leise.

Was soll es? Warum lügen?

„Ja. Er geht jetzt mit B-Hörnchen raus. Dann kommt er wieder.“

Wurzelgnom schweigt und macht weiter. Meine Hand durch die Mängel drehen, hin und her wälzen. Zwischendurch will er seine Mau.

Mein Mann kommt wieder. Dieses Mal probiere ich nix mehr.

„Papa?“

„Ja“ sage ich. „Er war mit B-Hörnchen draußen.“

„Nein.“

„Doch. Jetzt ist er wieder da.“

„Papa?“ jetzt lauter.

Ich überlege. Hat keinen Sinn. Heute Abend wird mein Mann zum abspannen wohl nicht mehr an den PC kommen.

„Du musst lauter rufen.“

Macht Wurzelgnom auch.

„Noch mal“ sage ich, weil noch keine Reaktion von meinem Mann kommt. Vor meinem inneren Auge sehe ich ihn allerdings zusammen zucken. (hähähä.b ein bisschen Schadenfreude muss sein!)

„PAPA!“

Wir warten. Tür geht auf. Da ist er, der ersehnte Papa!

Mein Mann zirpt Floskeln, wie z. B „Du schläfst ja noch gar nicht!“ und Wurzelgnom ist entzückt. Dann fragt mein Mann:

„Soll ich mich zu dir legen, Wurzelgnom?“

Begeistertes „Ja!“ und sofort im Anschluss lässt Wurzelgnom meine Hand los, drückt mich weg und sagt, sehr entschieden: „Mama! Ab!“

Mein Mann lacht. Ich bin eher entgeistert.

„Hä? Darf ich nicht auch im Bett bleiben?!“

„Nein. Mama, ab!“

So. Was soll man da noch sagen? Sitze nun ausgestoßener Art und Weise wieder auf dem Sofa.

Und ich schmolle!

Advertisements

6 Gedanken zu “Papa?

  1. Oh Gott, das Schmollen kann ich nachempfinden. Püppi entwickelt sich zu einem richtigen Papa-Mädchen. Bei mir wird gezetert, bei Papa ist sie zufrieden. Das kann manchmal ein bisschen zwicken im Herzen. So eng wie wir waren sind wir gerade nicht. Aber die Zeit kommt auch wieder. Durchhalten. Du auch, ja?

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s