Dokumentation – Bachelor #8

Und schon stecke ich wieder mittendrin statt nur dabei. Gestern Abend habe ich ja noch mein letztes Transkript geschrieben. Ein Glück, sonst müsste ich das heute tun. Heute aber schwirrt mir bereits wieder der Kopf vom Kategorien erstellen und dem Codierleitfaden.

Bah. Ich mag kotzen so viel Arbeit ist das. Und verdammt noch mal! Ich habe die Transkripte  sowohl fremd lesen lassen als auch selber schon mehrfach auf Fehler geprügt und trotzdem … TROTZDEM finde ich jedes Mal wenn ich sie wieder durchlese(n muss) irgendwo Fehler und das nicht zu knapp.

Allmählich kriege ich deshalb echt eine Haßkappe! Da fehlt ein Punkt. Dort ist auf einmal am Satzanfang alles klein geschrieben und das über mehrere Zeilen hinweg. Hier stimmt ein Wort nicht. Da fehlt ein Buchstabe. Und da hinten hab ich eine Regelung nicht richtig umgesetzt.

Man, was soll das?! Manchmal beschleicht mich der Eindruck, dass ich bei jeder Verbesserung am Ende vergessen habe auf Speichern zu klicken! (Was nicht stimmt … denn ich achte sehr darauf exakt DAS zu tun!)

Gerade habe ich den Codierleitfaden und die Kategorien für die LehrerInnen-Interviews fertig gestellt.

Ich habe ja schon während der Interviews zuweilen hart Schlucken müssen. Aber nun, bei genauerer Überarbeitung, beim Sortieren von Aussagen, da hab ich teilweise einen echten Wutkloß im Hals gehabt!

Nun muss ich natürlich sagen, dass ich nur drei LehrerInnen interviewt habe und deshalb stark hoffe, dass sie nicht die Regel sind. Sonst sehe ich schwarz für die Zukunft der Schulsozialarbeit …

Die genialste Aussage einer Lehrkraft war, dass es bei ihr in der Klasse keine soziale Ungleichheit gäbe, weil sie  ja permanent Einfluss auf ihre SchülerInnen nehmen würde. Deshalb sei alles ganz gerecht verteilt. (Hä?! Wa-wa-was?!)

Eine weitere Aussage, die mich beinahe zum Kotzen gebracht hätte, war, dass es an der Schule ja gar keinen Rassismus und keine Diskriminierungen geben könne, weil sie so schön „Multikulti“ sei. (In welcher Traumwelt …. bitte, einmal kräftig zwicken. Danke!)

Eine andere Aussage bezog sich auf die Schulsozialarbeit und was sich ändern würde, wenn es die nicht mehr gäbe. Antwort: Na, nix. Weil, alle LehrerInnen seien ja auch Sozialarbeiter. Höchstens der gesetzliche Anteil wäre was schwieriger, weil man davon nicht so viel Ahnung hätte. (OMG!!!!!!!!!!!!!!)

Ernsthaft?! Da wird aber ganz hart soziale Kompetenz und sozialengagement mit den Tätigkeiten eines Sozialarbeiters verwechselt. Aber hallo … das tut schon ein bisschen weh. Letztlich darf man nämlich eine Sache nicht vergessen:

LehrerInnen können sich aussuchen wie stark und intensiv sie an den Problemen von SchülerInnen beteiligt sein wollen oder nicht. Es gibt kümmern und sich kümmern. Sozialarbeiter suchen sich das nicht aus. Da gibt es diese Freiwilligkeit nicht und man entscheidet auch nicht danach, ob einem die Nase eines Klienten passt oder nicht. Es ist nämlich UNSER Job und wir werden dazu intensiv ausgebildet.

Hinz, der einer Oma über die Straße hilft und das jeden Tag zeigt enormes engagement für ältere Menschen und eine tolle sozial Kompetenz. Ist aber trotzdem kein Altenpfleger!

Und nur weil ich gut kochen kann, bin ich kein 5-Sterne koch.

Ich kann Auto fahren, bin aber weder qualifiziert einen Bus zu steuern noch LKW zu fahren.

Ich frage mich, wie die LehrerInnen es wohl empfunden hätten, hätte ich gesagt:

„Ja. Ich bringe anderen auch gerne etwas bei. Deshalb bin ja auch ich praktisch eine Lehrkraft und könnte ihren Job sofort übernehmen.“

Ich glaube, da hätte man schon reichlich doof geschaut, hätte ich ein langjähriges Studium plus das Referendarium mal eben so als ad absurdum abgesprochen. So jedenfalls fühlte sich für mich die Aussage der Lehrkräfte an.

Bedauerlichweise scheint das eine gängige Meinung zu sein. Den Spruch: In uns allen steckt ja auch ein Sopzialarbeiter und wir machen das ja auch; habe ich schon vom Direktor beim Erstgespräch gehört. Dann von ALLEN Lehrkräften mit denen ich gesprochen habe und sogar von einer Schulsozialarbeiterin.

Puh.

So. Rausgekotzt. Das musste sein. Wenn ich später objektiv an meine Auswertung gehen will, dann kann ich nicht mit diesem Wutknoten im Bauch arbeiten. Daher musste das raus. Und ein fettes sorry an meine Follower die selber den Beruf der Lehrkraft ausüben. Ich habe mit 3 LehrerInnen gesprochen und die sind eher exemplarisch als repräsentativ. Daher können meine Interviews natürlich nur ein ziemlich kleines Bild zeichnen. Dass was sie aber zeichnen, dass gefällt mir gar nicht. Tatsächlich bedaure ich ein wenig, dass ich nicht doch noch 1 oder 2 mehr interviewen konnte. Selbst wenn das hieße, ich müsste noch etwas mehr Transkribieren.

Jetzt überlege ich, ob ich noch mal die Transkripte korrektur lese oder lieber die nächsten Kategorien für die Sozialarbeiter und den Codierleitfaden erstelle und DANACH alles NOCH MAL korrektur lese …

Oh man. Ich hab keine Lust mehr. Ehrlich. Keine Lust mehr!

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7 Gedanken zu “Dokumentation – Bachelor #8

  1. Egal wie oft man liest, man findet leider immer was… Aber andere Fehler findet man leichter als eigene, daher solltest du es nicht mehr selbst durchlesen, das ist nicht effizient. 😉
    schreib weiter im Text und schicke eine Kopie des bisherigen an einen Korrekturleser, der dann mit der Änderungen Verfolgen Funktion dir Verbesserungsvorschläge macht. So kannst du am Ende entscheiden, ob du sie übernimmst, musst sie aber nicht finden (was für dich auch schwieriger ist, weil betriebsblind).
    Übrigens hab ich gerade Zeit, Tyrel ist zur Arbeit und Korrektur hört sich spannender an als Geschirr und aufräumen 😉

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    1. Haha. Die Transkripte hab ich jetzt an eine Freundin geschickt. Die brauche ich eh erst am Ende für den Anhang. Ich kann dir aber meine bisherige Bachelor schicken, wenn du gerade so in Lust und Laune bist Korrektur zu lesen.

      Gefällt 1 Person

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