Das letzte Interview

Es ist amtlich. Sozialarbeiter sind Labertaschen. Ich habe den Beweis hier. Auf dem Computer. Alle meine bisherigen Interviews waren im Durchschnitt 25 Minuten lang. Das längste war 30 Minuten, das kürzeste sogar nur 13 Minuten. (Ja. Zugegeben. Letzeteres hat mich beim Transkribieren maßlos gefreut!)

Die besagten Interviews habe ich mit SchülerInnen und LehrerInnen geführt.

Aber die SozialarbeiterInnen?!

Am Montag das Interview war exakt 41 Minuten lang. Als ich das sah, da habe ich schon geschluckt. Aber gut. Dieser Sozialarbeiter war ja auch eine Sozialarbeiterin und Frauen reden in der Regel (ich weiß … uh! Ein Klischee!) sowieso gerne etwas mehr als es Männer tun.

Ich habe es also hingenommen und brav 6 Stunden lang eben dieses Interview transkribiert und im Anschluss das 13 Minuten Interview der Lehrerin noch abgefrühstückt, weil … die Stunde mehr den Braten nun nicht mehr fett gemacht hat.

Heute hatte ich dann das Gespräch mit dem männlichen Sozialarbeiter und war guter Hoffnung, dass ich die ganze Geschichte in 25-30 Minuten durch haben würde. Erstens weil der Typ es immer eilig hat und sowieso kaum Zeit und weil’s ein Kerl ist.

Ha!

Von wegen! Sowas von getäuscht habe ich mich. SOWAS VON!

Der Herr K. hat seine Kollegin um 3 Minuten geschlagen. Das Interview war 44 Minuten lang! Und das obwohl ich am Ende sogar 3 Fragen weggelassen habe, weil mir selbst langsam die Zeit knapp wurde.

Soviel zu meinem Wunsch die letzte Transkription Freitag Nachmittag  bis zum Abend mal eben fertig zu machen. Das wird dann wohl eine Nachtschicht werden.

Örks.

Das letzte Interview und dann sind es 44 Minuten …. 44 MINUTEN!

Oh du lieber Herrgott. Mach, dass morgen eine Maschine erfunden wird, die fehlerfrei von alleine Transkribieren kann. Und falls das nicht  geht … erfinde Kopfhörer, die auch nach 8 Stunden tragen nicht an den Ohren weh tun! Und falls das auch nicht geht … gib mir starke Nerven, mach das Aua in meinem Arm weg und sorge dafür, dass meine Finger aufhören ständig steif zu werden!

Ist ja wohl nicht zu viel verlangt, oder?!

Aber mal im Ernst … kann man auch in den Fingern eine Sehnenscheidenentzündung bekommen?!

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4 Gedanken zu “Das letzte Interview

  1. Hm, so eine Maschine kenne ich zwar nicht, aber das müsste doch eigentlich mit einer Spracherkennungssoftware ganz gut funktionieren. Selbst, wenn du hinterher noch Korrekturen machen müsstest, würde das wohl deutlich schneller als sechs Stunden gehen.

    Aber leider sind die Programme immer noch schweineteuer – und außerdem war es ja eh das letzte Interview, das schaffst du jetzt auch noch 😉 .

    Gefällt 1 Person

    1. Leider nein. Tatsächlich ist Spracherkennung noch nicht ausgereift genug und dann gibt es ja noch gewisse Regeln die beachtet werden wollen. Mit der Korrektur und dem nochmaligen anhören müssen der Interviews um eben diese Regeln verschriftlich fest zu halten ist die Zeit Ersparnis praktisch bei Null. Eher hat man sogar mehr Aufwand. Es gibt tatsächlich Studien dazu 😑gab also schon andere, die dachten es ginge so besser. Naja und ich selbst hab nach meinem ersten Transkript nachgeforscht 😅

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