Dokumentation – Bachelor #7

Jetzt habe ich eine Weile nicht Speziell über das Voranschreiten meiner Bachelor geschrieben. Das hatte den Hintergrund, dass mir ein wichtiger Termin von Seiten des Schulsozialarbeiters abgesagt wurde. Damit war auch die geplante Hospitation im Sozialunterricht leider futsch und ich hatte praktisch beinahe 2 Wochen Zwangspause.

Diese Pause war aber im  Grunde genommen nur eine Pause von Interviews und Terminen, denn ich habe natürlich trotzdem weiter gearbeitet und genug zu tun gehabt.

Meine Dozentin Frau J. schrieb mich nämlich an und fragte mich so nebenbei, ob wir uns schon mal über die Inhaltanalyse und die Auswertung unterhalten hätten. Ob ich vor habe nach Mayring zu arbeiten?

Ich stand erst mal total auf dem Schlauch. Ich gebe zu: Ich hab mir keine Gedanken um Auswertungsmethoden gemacht und nach welchem Schema ich würde vorgehen wollen. Hat mich zu diesem Zeitpunkt auch nicht Bohne interessiert. Wozu braucht man Methoden, muss doch bloss die Interviews Schrittweise nach den für mich relevanten Aussagen abgrasen, Zusammenfassen und gut ist? Der Name Mayring hat mir in dem Moment wo ich ihn las freilich auch nichts gesagt.

Ganz lapidar schrieb ich meiner Dozentin zurück, dass wir uns noch nicht darüber unterhalten hätten und fragte sie, ob sie Mayring denn für sinnvoll halten würde.

Dozentin antwortete, dass sie schon glaube, dass der so passen würde.

Zu diesem Zeitpunkt war ich dabei zu schauen, wer Mayring überhaupt ist, was meine Dozentin da eigentlich genau von mir will. So von wegen Inhaltsanalyse und Methodik. Und während ich das so tat und sich vor meinen Augen eine Welt entfaltete, die ich längst verdrängt hatte und ich einen riesigen Berg Arbeit vor mir sah, den ich so gar nicht eingeplant hatte und gegen das Gefühl einer plötzlich ohnmacht ankämpfte, schrieb ich meiner Dozentin folgende Zeilen zurück:

„Sehr geehrte Frau J. Ich habe jetzt mal drüber gelesen, über diesen Mayring. Wenn sie den für sinnvoll halten, ja, dann nehme  ich den mal! Mfg T.S.“

Und das war es. Und dann habe ich eine Woche lang weder meine Mails gecheckt noch irgendwas anderes getan und mich nur und ausschließlich in die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring eingearbeitet. Nachdem ich in etwa einen groben Überblick hatte bestellte ich in heller Panik noch zwei Fachbücher. Freitags habe ich 8 Stunden lang meine Interviewtranskriptionen hübsch formatiert. Am Samstag habe ich dann angefangen Kategorien zu erstellen, alle Aussagen zu sortieren und überhaupt das praktsich umsetzen, was ich in der Theorie nun gelernt hatte.

Psychisch und physisch habe ich mich an besagtem Samstag sehr am Limit meiner Kräfte entlang balanciert. Mit wenigen Worten könnte man meinen Zustand als schwer desolat beschreiben.

Ich hatte schon etwa 6 Stunden Arbeit hinter mir, da guckte ich doch mal wieder in meine Mails und fand eine recht panische Mail meiner Dozentin Frau J. vor, die doch dringend darum bat, dass wir uns in der Uni treffen um die ganze Analysemethodik durchzusprechen, da dass ja wohl scheinbar alles ziemlich neu für mich wäre.

Daraufhin bekam ich Panik, weil ich nun nicht wusste, ob ich meine Sache richtig mache oder nicht. Ich schrieb ihr daher meinen bisherigen Arbeitsprozess. Ich beschrieb ihr jeden einzelnen Schritt und erklärte ihr, ich würde ihr meinen Codierleitfaden und die ausgearbeiteten Kategorien noch am selben Abend zukommen lassen. Sie solle es sich ansehen. Im schlimmsten Fall hätte ich alles falsch gemacht. Im besten Fall ist es gut so.

Ja und dann saß ich den restlichen Tag ohne Pause an meinem Rechner. Um 21 Uhr Abend war ich durch. Mit allem. Einschließlich mit mir selber und schickte meiner Dozentin alles via Mail rüber.

Zwei Tage später meldete sich meine Dozentin bei mir und erklärte feierlich, ich hätte nun ihren vollsten Respekt. Alles richtig gemacht. Nein, eigentlich besser als das. Perfekt. Und so könne ich auf jedenfalls weiter machen. Sie sei ehrlich erleichtert.

Puh. Ja und ich erst!

Danach und weil mir weitere Interviews fehlten, habe ich mich wieder ans Schreiben gemacht. Zwischenzeitlich übermannte mich ja dann die Sommergrippe. Ich habe mein Wochenendpensum aber dennoch geschafft und die komplette Methodik nach Mayring beschrieben und bin nun bei 30 Seiten auf der Haben-Liste angekommen.

Am Montag war ich dann wieder an der Schule und habe mit einer Sozialarbeiterin und einer Lehrerin Interviews geführt.

Am Donnerstag ist mein letztes Interview mit dem Schulsozialarbeiter. Dann bin ich durch. Ich denke auf die Hospitation verzichte ich. Ich hätte es gerne gesehen. Das Fach Sozialkompetenz. Aber ganz ehrlich? Ich brauche es nicht wirklich für meine Arbeit und es wäre mir eher ein persönliches Anliegen. Aber meine Zeit schwindet.

Ich habe heute den ganzen Tag die beiden Interviews von Montag transkribiert. Morgen muss ich sehen, dass ich das letzte Interview auch noch schnell verschriftliche.

Am Wochenende muss ich das alles formatieren und hübsch machen. Dann kommt wieder die Kategorienbildung. Einmal für die Lehrer und dann für die Schulsozialarbeiter.

Dann die Zusammenfassung. Falls das zeitlich noch hinhaut.

Und wenn das alles so hinhaut, dann bin ich nächste Woche Mittwoch und Donnerstag damit beschäftigt die Inhaltsanalyse zu den Interviews zu verfassen. Und vielleicht …. GANZ vielleicht, schreibe ich übernächste Woche dann schon an meinem Fazit.

Und danach kommt der verflixte Feinschliff vor dem es mich mit am meisten gruselt. Gefühlt fliegen auf meinem Desktop nämlich überall die Anlagen herum, die der Arbeit noch beigefügt werden müssen.

Und DANN …. brauche ich noch ein paar Leute, die gewillt sind meinen Schmarn auf Fehler korrektur zu lesen.

Ja, ja. Ich habe nicht vergessen, dass sich zwei Personen aus meinen Bloggerkreisen ganz lieb dafür bereit erklärt haben 😉 Ich denke, ich komme auch darauf zurück.

Kommt Zeit, kommt Korrektur. Hoff ich.

Achso. Memo an mich selbst: 2.07 muss ich alle ausgeliehenen Sachen an die Uni zurück bringen! Sonst wird es teuer!

Übrigens …. ich hab Zahnweh 😦 Und keine Zeit für den Zahnarzt. Ich glaube mein einziger noch echter, lebender Backenzahn oben hat ein Loch. Das kommt auch wieder total passend. Also … unpassend. Mal gucken, wie lange ich es aushalte.

Darauf erst mal ein Stück Schokolade. Was übrigens jede Frage nach Diät und Gewicht ad absurdum führt. Ist nämlich mal wieder non existent. Steht auf meiner prioritäten Liste derzeit auch ziemlich weit unten, ehrlich gesagt.

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4 Gedanken zu “Dokumentation – Bachelor #7

  1. Das klingt doch gut, was du da von dem Zusammenspiel zwischen der Dozentin und dir schreibst. Mir gefällt, dass sie sich offensichtlich ziemlich reinhängt bzw. reingehangen hätte, wenn du es nicht von dir aus schon perfekt gemacht hättest.

    Klingt doch prima.

    Gefällt 1 Person

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