Dokumentation – Bachelor #4

Heute ist der Termin bei meiner Dozentin. Ich sehe einem ziemlich stressigen Tag entgegen.

9:00 Uhr – erstaunlich pünktlich tanzt meine Mutter bei mir an, um Wurzelgnom abzuholen und mich zum Bahnhof zu fahren. Zum Frühstücken fehlt mir die Zeit. Also gehe ich nüchtern aus dem Haus. Nicht mal einen Kaffee konnte ich trinken! Dank diverser Rennradfahrer, die ich gerne zum Mond geschossen hätte, kommen wir erst um 9:17 Uhr am Bahnhof an. Und das bei einer Strecke, die normalerweise kaum länger als 5 Minuten mit dem Auto benötigt.

9:20 Uhr – Sitze im Zug, Richtung Bonn und von dort aus geht es mit der S-Bahn weiter nach Köln.

10:45 Uhr – Pünktlich bin ich an der Uni und renne direkt an dieser vorbei. Ich muss nämlich erst noch in ein komplett anderes Gebäude, welches eine komplett andere Uni ist, um dort meine MultiCard neu validieren zu lassen, damit ich demnächst keine 11,50 Euro mehr zahlen muss, wenn ich nach Köln fahre.

11:05 Uhr – Endlich in der richtigen Uni, erst mal Kaffee to go. Ohne Deckel! Wieso kriege ich keinen Deckel? Weil der jetzt 10 Cent extra kostet. Wegen der Umwelt, erklärt mir die nette Dame am Unikiosk. Aha … okay …Wie affig. Dann sollen sie die 10 Cent doch einfach so drauf schlagen. Ich wette die Mehrzahl der Studenten will, wenn sie einen Kaffee to Go bestellt, einen Deckel auf dem Becher haben und ob man nun 1,50 Euro oder 1,60 Euro für den Cafe Latte zahlt, ist nun wirklich gehüpft wie gesprungen …

11:15 Uhr – Jetzt sollte meine Dozentin langsam mal auftauchen. Tut sie aber nicht und ich stehe mir vor dem Medienraum die Beine in den Bauch. Langsam werde ich nervös. Sie hat mich ja schon mal vergessen … und ich war umsonst da und habe ebenso umsonst gewartet. Das wäre aber echt ärgerlich, wenn nicht sogar richtig bescheiden. Ich übe mich in Geduld, entdecke sogar 2 bekannte Gesichter, habe aber keine Zeit hin zu gehen, weil ich angst habe meinen Posten neben der Tür zum Medienraum zu verlassen. Nicht, dass ich am Ende das Eintreffen meiner Dozentin verpasse!

11:30 Uhr – ENDLICH! Dozentin ist aufgetaucht. Wir gehen direkt in den Medienraum. Nach einigem hin und her kriege ich alle Sachen die ich brauche und bin nun für die nächsten Monate stolze Besitzern einer kompletten Interview-Ausstattung. Mit Tonbandgerät, Kopfhörern und Mikrophon. Im stylischen Köfferchen. Komme mir jetzt sehr wichtig damit vor! Außerdem habe ich ein Pedal, was mir später helfen soll, meine Interviews leichter zu transkribieren. Na, ich bin gespannt. Meine Dozentin lässt mich alleine, weil sie Sprechstunde hat und nachsehen will, ob schon jemand vor dem Raum wartet. Ich soll dann nach kommen, damit wir noch reden und meine Fragen klären können.

11:45 Uhr – Es hat wohl jemand gewartet. Nun warte ich. Weil meine Dozentin im Gespräch mit einer anderen Studentin ist. NEEEEEIIIIIN! Mein Zeitfenster beginnt sich zu schließen. Ich muss nämlich noch in die Bibliothek und ein paar Bücher ausleihen und spätestens 14 Uhr bei meinem Mann auf der Arbeit sein, damit wir zusammen nach Hause fahren können. Ansonsten muss ich wieder in den Zug springen … und da mein Mann Wurzelgnom abholen muss, darf ich dann später auch noch eine Stunde auf den Bus warten. Nee, danke, nein. Ich registriere, dass ich immer noch nichts gegessen habe und bekomme prompt hunger.

12:00 Uhr – Endlich. Büro der Dozentin frei, ich rein, Fragekatalog innerhalb von 10 Minuten abgespult. Mir wurde sehr geholfen!

12:15 Uhr – Renne in die Bibliothek und vertrödel bestimmt 25 Minuten damit, mich an den Spinden abzubemühen, um heraus zu bekommen, wie man die verdammten Teile mit der MultiCard absperrt! Hergott noch mal, so ne SCHEI…. Wer sich fragt … nee, hab ich in 10 Semestern nie benutzt, weil ich mir in 10 Semestern nie auch nur ein einziges Buch ausgeliehen habe!

12:30 Uhr – Ich hab es geschafft meine Sachen in den Spind zu packen und sogar abzuschließen. Ich habe erfolgreich einen PC ergattert und mich durch die virtuelle Bibliothek geklickt um Bücher zu finden, die für meine Arbeit von Bedeutung sein könnten. Natürlich waren die 3 Bücher, die ich spezifisch haben wollte … ENTLIEHEN! AH! Curse you … du unbekannter Student oder du unbekannte Studentin, dass du schneller warst als ich!

12:45 Uhr – Renne wie eine bekloppte in der Bibliothek herum und suche Nummern wie: 63 IEV-633-25 und 63 HVG-299-1. Wer hat sich dieses System ausgedacht?! Rauf und runter. Ich gebs zu …. ein paar der Bücher, die ich haben wollte, habe ich deshalb nicht ausgeliehen, weil ich einfach die 63 DJI-367 nicht habe finden können …. scheiß auf Soziale Ungleichheit! Wer braucht die schon!

13:00 Uhr – stehe vor einem riesigen Gerät, wo man ganz automatisiert Bücher ausleihen kann und habe keine Ahnung wie das Ding funktioniert. Will gerade aufgeben, da beobachte ich eine Studentin, wie sie das macht. Mache es ihr nach. Klappt und ich flüchte aus der Bibliothek zu den Spinden. Während ich die Bücher in meine Tasche packe, fühle ich mich das erste mal, wie ein richtiger Student. Mit Büchern und so. Aus der Bibliothek. Aus der Uni-Bibliothek. Mit Fachlitertatur. Ihr versteht, ja?

IMG_20180503_181756.jpg

13:05 Uhr – Treffe 1 bekanntes Gesicht von heute morgen wieder und wir kommen kurz ins Gespräch. Checke nebenbei wann meine Bahn fährt und muss dann auch ganz fix los, weil die Bahn in 5 Minuten fährt. WUUUUUUUUUUSCH und weg! Ich wichtige Person, ich. Mit wichtigen Büchern im Gepäck und einem wichtigen Köfferchen in der Hand.

13:45 Uhr – Trudele bei meinem Mann auf der Arbeit ein. Eigentlich eher am Auto, wo ich mich neben meinem Gepäck auch gleich selber reinwerfe. Hungääääär! Müde!

14:00 Uhr – HUNGÄR!

14:05 Uhr – Mann kommt. HUUUUUNGÄÄÄÄR!!!! Überrede den Göttergatten, das ich JETZT was essen möchte. Er schlägt eine Laugenstange von Aldi vor. Danach hat er ganz, ganz, ganz schnell vorgeschlagen das wir was vom Chinesen holen. Glück für ihn, war kurz davor ihn mit einem Diktiergerät zu erschlagen!

15:30 Uhr – FRÜHSTÜCK!

IMG_20180503_181721.jpg

Ja! War lecker! Ja, ist nicht diättauglich! Nach einem halben Fastenttag ist mir das aber gerade sowas von ….total wurscht …wurschtiger kann einem nix mehr sein. So.

16:00 Uhr – Wurzelgnom abholen fahren.

18:00 Uhr – Zuhause. Wurzelgnom ist natürlich während der Heimfahrt total erschöpft eingeschlafen. Und ich hab eine ziemlich lange Liste von Dingen im Kopf, die ich über das WE erledigen muss. Montag muss ich nämlich noch mal zur Uni. Ich muss die Bachelor nämlich jetzt schon anmelden … und ratet mal … meine Zweitleserin ist nur im Wintersemester an der Uni. Toll, oder? Netterweise ist meine Dozentin Frau J. eine gute Freundin von Frau M. Und beide sehen sich am Montag. Ergo muss ich jetzt alle Unterlagen bis Montag fertig machen, Montag NOCH MAL nach Köln …und hoffen, dass Frau J.  mir die Unterschrift von Frau M. besorgt, wie sie es mir versprochen hat. Nächste Möglichkeit wäre sonst nur der Mittwoch. Da kann ich aber nicht, denn da ist der nächste Termin an der Schule mit dem Schulsozialarbeiter. Ah…. ja … meine Streßeule feiert Party.

18:54 Uhr – Fertig …. also mit dem Beitrag hier. Hab Kopfweh. Gehe jetzt Bändchen loomen. Ihr versteht wieso? Oder?

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Dokumentation – Bachelor #4

  1. Erinnerungen kommen hoch… ich fiebere mit!!!
    Ich glaube, es troestet dich jetzt nicht, aber wenn du in ein paar Jahren zurueckblickst, erinnerst du dich nicht mehr detailliert an den Stress, versprochen! ^^‘
    Daumendrueckende Gruesse

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s