„Dann komme ich nicht“

Es gibt unheimlich viele Familien, die das kennen. Diesen Satz: „Dann komme ich nicht!“

Meistens in dem Zusammenhang, das man irgendetwas zu feiern hat und gerade dabei ist Hinz und Kunz einzuladen.

„Wie, Tante Inge hast du auch eingeladen?! Dann komme ich nicht!“

Im Regelfall weiß man eigentlich schon vorher, das Oma Bärbel gerade ein Problem mit Tante Inge hat. Oder dass der Großonkel Heinz nicht mehr mit seinem Bruder Peter spricht.

Es nervt aber trotzdem. Die Frage, wen lädt man ein, wie sagt man demjenigen das man den Frevel begangen und xy auch eingeladen hat. Auf wen möchte man eher verzichten? Tante Inge oder Oma Bärbel?

Als hätte man nicht schon genug damit zu tun die Feier zu organisieren, muss man auch noch die Verwandten organisieren und im schlimmsten Fall damit Leben, dass man bald selbst auf die rote Liste kommt, weil man mit der Einladung von Peter nicht nur Großonkel Heinz auf den Schlips getreten ist, sondern wahrscheinlich auch Großtante Ida!

Ja, für Familienfeste, braucht man manchmal wirklich starke Nerven und danach eventuell direkt einen sehr langen Urlaub.

Findet ihr das okay? Ich nicht. Ich finde solch ein verhalten unverschämt, nervig, kindisch, egoistisch und zuweilen sogar regelrecht narzistisch!

Nein, ich persönlich bin davon nicht wirklich betroffen. Wobei es Freilich auch in meiner Familie Menschen gibt, die nicht miteinander sprechen. Ich z. B nicht mit meinen einzigen noch lebenden Großeltern.

Die Gründe dafür sind so schwerwiegend, dass wir hier nicht mehr von einem Zwist sprechen, sondern eher davon, das ich nett genug bin, auf eine gerichtliche Geschichte zu verzichten und mich mit Kontaktverbot zufrieden zu gebe, was meiner seelischen Sicherheit zu Gute kommt.

Dennoch würde ich, im Zweifelsfall eine Feier, die jemand anderem sehr wichtig ist, nicht den Rücken kehren, nur weil sie auch da sind.

Zum einen, weil das ein Armutszeugnis für mich selbst wäre. Als hätte ich angst, mich zu stellen. Oder sei nicht in der Lage vernünftig mit der Situation umzugehen. Zum anderen, weil ich einem anderen Familienmitglied das Fest unnötig ruinieren bzw ein Streßauslöser wäre, was ziemlich unfair gegenüber der Person wäre, die gerne mit allen etwas besonderes feiern möchte. Und drittens, zwingt mich niemand dazu mit den von mir abgelehnten Personen zu kommunizieren. Ist die Location groß genug, Kann ich wahrscheinlich sogar direkten Sichtkontakt vermeiden.

Im. Klartext… Meine Probleme sind meine Probleme und so sollte das auch bleiben. Es ist nicht rechtens die eigenen Unstimmigkeiten auf die Schultern anderer abzuladen und schon gar nicht, sie auf diesen auszutragen.

Irgendwann während der Jugendzeit sollte man ein solches Kindergartenverhalten abgelegt haben.

Ich lade zumeist ohne Rücksicht ein, wen ich einladen will. Wer bei mir mit dem Satz „Dann komme ich nicht“ aufschlägt, wird wahrscheinlich nie wieder eingeladen und vergessen.

Denn scheinbar ist dem Menschen ja auch egal, das er mir damit Schaden zufügt, obwohl ich mit der Sache nix zu tun habe. Und auf Erpressung steht sowieso keiner. Es sollte sich dahingehend auch niemand erpressen lassen., sondern sich bewusst machen, das man auf Personen die entsprechend so sind, am besten auch in Zukunft getrost verzichten kann.

Wer sich fragt, nein. Bei uns stehen derzeit keine feiern an. Bei meinem Schwiegervater indes schon. Dieser heiratet demnächst seine langjährige Lebensgefährtin, die bedauerlicherweise an Krebs erkrankt ist, welcher nicht mehr heilbar ist. Und genauso bedauerlich ist die Tatsache, das er den Spruch:

„Dann komme ich nicht“ derzeit sehr häufig zu hören bekommt.

Das regt mich auf.

Wer 2 Menschen, die ohnehin schon Streß genug haben, denen eventuell nicht mehr soviel Zeit zu zweit bleibt, auch noch auf solch eine Weise eine Feier ruiniert und das noch bevor sie stattgefunden hat, ist wirklich nie über das Kindergartenniveau hinaus gewachsen und sollte sich in Grund und Boden schämen.

Und jeder der diesen Satz schon selbst zu jemandem gesagt hat, sollte sich gleich mit in diese Ecke stellen.

Es gibt nämlich nur wenig gute Gründe dermaßen egoistisch zu sein.

Meinungsverschiedenheiten (auch solche wo es Schläge unter die Gürtellinie gab) oder weil einem die Nase von jemanden nicht passt, die gehören aber definitiv nicht dazu!

Mal davon ab, ich persönlich finde so ein wenig Mord und Totschlag bei einer Feierlichkeit ja immer höchst erfrischend. Kommt wenigstens keine Langeweile auf und man hat später was zum Quatschen. Wobei es natürlich harmonisch immer schöner ist und es sicher auch erheiternd wäre, würden sich die Todfeinde Oma Bärbel und Tante Inge auf der Hochzeit von Cousine Gertraud weinend in die arme fallen.

Aber, das Leben ist ja bekanntlich kein Ponyhof.

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5 Gedanken zu “„Dann komme ich nicht“

  1. Das ist sehr bedauerlich. Ich habe immer ohne Rücksicht auf Verluste eingeladen 😅 Naja, heute nicht mehr, is eh kaum einer gekommen. Heute stehe ich auf dem Standpunkt ‚Wer kommt der kommt!“ Ich mag auch soviele Leute nicht, auch in der Verwandtschaft und trotzdem bin ich stets höflich genug wenigstens Guten Tag zu sagen, ich muss ja nicht den ganzen Abend mit ihnen verbringen.
    Ich finde es sehr traurig das sie deinen Schwiegervater in dieser Situation im Stich lassen😞
    Ich wünsche deinem Schwiegervater und seiner Zukünftigen, auch unbekannterweise „Alles Liebe und Gute zur bevorstehenden Hochzeit!“

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  2. Ja…Die liebe Familie…..Mein Opa hat die Kinder immer ausgeladen….weil die sich bewegen. Von mir kam dann auch der Spruch. Bin dann auch nicht mit. Aber gerade so ein Streit auf Festen kann schon lustig sein,wenn die Streithähne auch noch nebeneinander sitzen müssen. …Ach herrlich….Leider kann mein Opa keine Einladungen mehr senden….

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    1. Na. Wenn man mein Kind ausladen würde, Wäre das auch für mich ein Fall von „Dann komme ich nicht“ schon alleine deshalb, weil ich keinen Babysitter zaubern kann🤣 und Freilich auch, weil es mir wie ein Affront vorkamen. Ich glaube ich wäre persönlich beleidigt 🙄

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