Nee!

Klatsch.

Ein wimmern. Dann ein schreien.

Mein Mann hüpft vom Stuhl und eilt zu Wurzelgnom ins Schlafzimmer. Ich sehe träge hinterher.

Abwartend.

„Ohje! Wurzelgnom ist aus dem Bett gefallen!“

Ich raffe mich auf und eile, so schnell wie eine rheumatische Schnecke mit Grippe, ebenfalls ins Schlafzimmer.

Wurzelgnom ist unleidig. Aber wer wäre das nicht, wenn er so unsanft geweckt wird?

Kurzes abchecken. Äußerlich scheint soweit alles okay zu sein.

„Hast du Aua?“ fragt mein Mann.

„Nee“ kommt es kläglich.

„Willst du zu Mama?“ frage ich hoffnungsvoll.

„Nee! Papa, da. Papa“ ertönt Wurzelgnoms Antwort. War ja klar…

Also zurück ins Bett.

„Nee! Nee!“ Kopfschütteln. Nix Bett. Wurzelgnom deutet auf die Tür. Schüttelt erneut den Kopf. „Nee!“ jammert lauter.

„Ach, doch. Guck mal, der Papa ist da. Du kannst neben Papa wieder einschlafen“ versuche ich zu trösten.

„Nee!“

„Wo ist denn sein Schnuller?“ fragt mein Mann. Ich suche schon.

„Nee! Nee!“

Ich finde den Schnuller und reiche ihn Wurzelgnom.

„Nee! Nee!“

Der Schnuller fliegt davon ins dunkle. Jetzt sucht mein Mann.

„Willst du was trinken?“ frage ich.

Jetzt endlich mal ein „Ja, da. Da, Mama. Ja.“

Okay. Ich hole das Fläschchen mit Tee vom Abendessen.

„Nee! Nee! Mama, nee!“

„Schatz, das ist Tee!“

„Nee!“ es folgt eine Aneinanderreihung von Worten. Dann verstehen mein Mann und ich endlich was Wurzelgnom da von sich gibt. Das heißt, mein Mann versteht es zuerst.

„Ka-ga-ooh“

„Er will Kakao!“ sagt mein Mann.

Ich setze die verständnisvollste Miene überhaupt auf, als ich Wurzelgnom erkläre, das es Nacht ist und er jetzt keinen Kakao mehr haben kann. Morgen früh wieder.

Wurzelgnom reagiert so, wie man es erwarten würde. Nämlich mit gar keinem Verständnis! Stattdessen wird geschrien und nebenbei geschimpft, was ehrlich gesagt so witzig aussieht und klingt, das mein Mann und ich uns das Lachen verkneifen müssen.

„Möchtest du doch deinen Schnuller?“ fragt mein Mann.

„Nee!“

„Probier doch mal den Tee. Den magst du doch auch gern“ bitte ich. Wobei es natürlich besser wäre, er bekäme nur Wasser. Aber nun ist es zu spät.

„Nee!“

Die Diskussion beginnt.

Schlafen? Schnuller? Bei Mama Bleiben? Mama geht wieder? Papa bleibt? Bei Papa schlafen? Wasser statt Tee? Doch irgendwo aua? Müde? Wirklich kein schlafen? Soll der Hund kommen? Die Mau? Doch Tee trinken? Wirklich keinen Schnuller? Schlafen?

„Nee! Nee! Nee!“ viele Nees später, gebe ich endlich auf.

„Also kein trinken!“ ich stelle das Fläschchen weg.

Wurzelgnom jault auf und springt beinahe hinterher.

„Mama! Nee!“

Ein wenig ungläubig schauen mein Mann und ich zu, wie Wurzelgnom das Fläschchen praktisch in einem zug leert, es dann von sich wirft, nur um mit „Nom Nom Nom“ nach seinem Schnuller zu verlangen, der mittlerweile wieder gefunden wurde und den er sich in den Mund steckt um sich neben meinem Mann in die Kissen zu werfen. Bereit zum schlafen.

Mein Mann und ich blicken uns einen Moment schweigend an.

Fazit von uns: „Diskutiert niemals mit einen 1 1\2 jährigen. Ihr könnt nur verlieren!“

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2 Gedanken zu “Nee!

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