Mau

Mein Sohn liebt Katzen!

Wirklich. Er liebt sie. Dabei haben wir noch nicht einmal eine.

Aber egal in welchem Buch, er schaut zunächst ob da irgendwo eine Mau versteckt ist. Bücher ohne wenigstens eine Mau sind auch gleich nur halb so interessant.

Ganz besonders verliebt ist er in die Katze unserer lieben Nachbarin. Da qietscht er vor entzücken, wenn er sie sieht und rennt ihr augenblicklich nach, weil er sie anfassen möchte.

Allerdings ist er bedauerlicherweise nicht gerade sanft zu der Mietz und geht ihr immer an die Nase und die Augen oder grabscht sehr grob in das Fell.

Das finde ich neben bedauerlich auch ein wenig seltsam, denn bei B-Hörnchen macht er das überhaupt nicht. Da kann es nur mal vorkommen, das er etwas zu überschwänglich auf der alten Dame herumklopft.

Ein Glück ist die Katze (eigentlich ein Kater) unserer lieben Nachbarin ein sehr geduldiges und liebes Tier. Sonst hätte mein Sohn garantiert schon des öfteren eine gewischt bekommen!

Auch B-Hörnchen erträgt Wurzelgnoms liebesbekundungen mit ihrer so zu eigenen Stoischkeit.

Mindestens einmal am Tag muss ich mit Wurzelgnom aus den Fenstern im Schlaf-und Wohnzimmer gucken und nach den Katzen der Nachbarschaft Ausschau halten.

Eine ganze Weile lang hatte ich zudem auf meinem Handy eine Katze auf meinem Bildschirmschoner unter den wechselnden Fotografien. Sobald Wurzelgnom mein Handy sah bzw irgendwo fand, brachte er es mir entweder oder rief: „Mau!“ um sich dann voller Freude das Bild der Katze anzusehen.

Leider hab ich vergessen das Bild als Favorit zu speichern und nun ist es weg. Stattdessen gibt es jetzt einen Hund, den Wurzelgnom aber ungefähr so toll findet, wie das tägliche Windel wechseln.

Ihm zu erklären, das die Mau nicht mehr da ist war harte Arbeit und beutelte mein armes Mutterherz.

Mittlerweile hat er sich damit abgefunden, fragt aber zuweilen vorsichtshalber noch nach. Könnte ja sein, das sie plötzlich wieder da ist. Ich persönlich hoffe, das sie irgendwann wieder bei den Bildern dabei ist. Dann werde ich auch ganz fix auf Favorit klicken, damit ich nicht noch einmal in die Verlegenheit komme in das enttäuschte Gesicht meines Kindes blicken zu müssen.

Für uns steht mittlerweile zumindest fest (so fest wie es derzeit stehen kann, denn es ist noch lange nichts in Stein gemeißelt) das wir statt eines Hundes wohl eher eines Tages eine Katze haben werden.

Ein Gedanke, der meiner Mutter gar nicht behagt, denn sie kann Katzen nicht wirklich gut leiden. Machen zu viel kaputt, sagt sie und hat womöglich sogar recht. Macht ein Kind allerdings auch…

Abgesehen davon hätte eine Katze aber diverse Vorteile gegenüber einem Hund. Vor allem, wenn man in Richtung von mehr Unabhängigkeit denkt. Denn nicht nur die Mietz wäre ein unabhängigerer Geist, wir wären es auch.

Zumindest wäre es leichter jemanden zu finden, der auf das Tier aufpasst, wenn man mal in den Urlaub möchte und Gassi gehen muss man auch nicht.

Aber wie erwähnt sind wir noch lange nicht soweit.

Erstens ist B-Hörnchen noch da, welche die Mau als neuen Mitbewohner niemals akzeptieren würde und zweitens möchten mein Mann und ich zumindest eine kurze Weile lang tierfrei sein. Eigentlich eher mein Mann als ich. Aber auch ich freue mich, wenn wir mal wieder in den Norden fahren und Familie besuchen können. Vor allem, weil ich dann nicht Gastgeber sein und die Bude vorher schrubben muss!

Da aber mein Sohn weiterhin Wahnsinnig verliebt in die Samtpfoten ist, haben wir beschlossen seiner Sehnsucht etwas Abhilfe zu verschaffen.

Begrüßt also „Mau“ unseren neuen Mitbewohner!

Mein Sohn war zumindest sofort total begeistert.

Bei Mau handelt es sich um ein Schlenkertierchen, welches gerade groß (aber eben nicht zu groß) ist, um von Wurzelgnom locker durch die Gegend getragen zu werden.

Meistens bewacht sie aber doch das Bett, denn tagsüber spielt Wurzelgnom lieber mit seinen Autos. Aber ohne Mau schlafen? Undenkbar! Und hier und da muss sie dann mit, wenn es heißt, wir fahren irgendwo hin.

Kind ist jedenfalls glücklich und wir sind es somit auch!

Alle anderen, echten Katzen, sind allerdings dennoch nicht sicher vor diversen Verfolgungsaktionen durch unseren Sohn…

Bisher konnten wir Wurzelgnom aber immer noch schnell genug wieder einfangen, bevor er in den nächsten Büschen auf nimmer wiedersehen verschwand.

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9 Gedanken zu “Mau

    1. Ich glaube auch, dass das nicht unbedingt usus ist. Wir hatten pflegehunde, die auch ewig viel angestellt haben und überall das Revier markieren mussten. Schätze, das ist halt eine Sache der Erziehung, Charaktere usw.

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